Peer Counseling

Peer Counseling Angebote sind behinderungsübergreifend ausgerichtet. Die Basis bilden gemeinsame Erfahrungen von Ratsuchenden und Berater*innen, die gleich oder ähnlich sind. Die gemeinsame Erfahrung von Benachteiligung und Diskriminierung ist hier besonders bedeutsam.

Peer-Counseling ist eine besondere Form der Beratung, die folgende zusätzliche Merkmale und Qualitäten aufweist:

  • Die Peer-Counselor verfügen über die für eine professionelle Beratung erforderlichen Grundqualifikationen und –kenntnisse.
  • Zusätzlich verfügen Peer-Counselor über das Wissen, welche Bedeutung ihre eigene Behinderung für die jeweilige Beratungssituation hat. Sie verfügen über die Fähigkeit, dieses Wissen sinnvoll in den Beratungsprozess einzubringen (situatives Peer-Verständnis).
  • Situatives Peer-Verständnis setzt eine fortlaufende und sorgfältige Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung voraus.
  • Peer-Counselor orientieren sich an den Kompetenzen und Ressourcen der Ratsuchenden und befähigen sie selbstständig Lösungen zu finden.
  • Peer-Counselor beraten die Ratsuchenden immer parteilich und unabhängig.
  • Die Peer-Counselor erkennen, ob und inwieweit sie für die Ratsuchenden ein Rollenvorbild sein können. Zudem sind sie in der Lage, mit dieser Möglichkeit verantwortungsvoll umzugehen.
  • Zum verantwortungsvollen Umgang gehört auch, andere Menschen, die ein solches Rollenvorbild sein können, in den Beratungsprozess mit einzubinden.
  • Peer-Counselor haben ein besonderes Selbstverständnis, was ihre Beziehung zu den Ratsuchenden betrifft.
  • Sie bekennen sich zu ihrer Behinderung und verstehen sich – ausgehend vom sozialen und menschenrechtsorientierten Modell von Behinderung – als „Gleiche unter Gleichen“.
  • Das Erleben und die Reflektion von Diskriminierung, Ausgrenzung und Benachteiligung aufgrund der eigenen Behinderung ist Grundlage für das Peer Counseling.
  • Peer-Counselor begreifen jede Beratung nicht (nur) als eine parteiliche Unterstützung für den / die Ratsuchenden, sondern als einen Prozess, der sowohl gesellschaftliche Verhältnisse als auch ihre eigene Situation berührt und äußern dies auch gegenüber der Ratsuchenden.